Unsere Verbandsgeschichte

Von Jahn bis zum ÖTB

1995

Die Turnbewegung entstand in der Zeit, als Napoleon ganz Europa beherrschte und sollte die Menschen dazu befähigen, in den kommenden Befreiungskriegen den Sieg davonzutragen und die deutschen Kleinstaaten von der französischen Fremdherrschaft zu befreien. Die Idee dazu hatte ein damals 33 Jahre alter Lehrer namens Friedrich Ludwig Jahn. Er entwarf Turngeräte und legte 1811 den ersten öffentlichen Turnplatz der Welt auf der Hasenheide in Berlin an, wo er zuerst Schüler um sich scharte und ihnen Übungen zeigte. Um dieser neuen Form der körperlichen Betätigung auch einen theoretischen Unterbau zu geben, verfasste er (mit Ernst Eiselen) 1816 das Buch “Die deutsche Turnkunst”.

1970

Der „Vater des Deutschen Turnens” Friedrich Ludwig Jahn wurde am 11. August im Jahre 1778 in Lanz bei Lenzen (Mark Brandenburg) als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Er studierte an den Universitäten Halle, Berlin und Frankfurt und wurde Lehrer und Erzieher. Als Zeichen des gemeinsamen Wollens tragen die Turner seit Jahns Zeiten eine einheitliche Turnkleidung. Sechs Jahre vor dem Tode Jahns am 15. Oktober 1852, wurden die 4 F als Turnerkreuz auf dem Turnfest in Heilbronn gezeigt. Die 4 F stehen für den Turnerwahlspruch: Frisch, fromm, fröhlich, frei.

8. Mai 1952

Gründung des ÖTB

Am 8. Mai 1952 wurden die Satzungen des Österreichischen Turnerbundes (ÖTB), der von einigen Vereinen in Wels gegründet wurde und seinen Sitz in Linz hat, staatspolizeilich und vereinsbehördlich genehmigt.

1948

Neubeginn

Ab 1948 fand sich der so genannte “Siebenerausschuss” (der später zum “Neunerausschuss” wurde) mit dem Ziel zusammen, diese Vermögenswerte für die teilweise bereits wieder erstandenden Vereine zurück zu erhalten und einen neuen Dachverband für die Turnvereine zu schaffen, die nicht den parteipolitischen Organisationen ASKÖ und Sportunion beitreten wollten. Dies gelang erst am 6. Juli 1952, als der “Österreichische Turnerbund” als völlig neuer Dachverband, der keine organisatorische Nachfolge der früheren Turnverbände darstellt, gegründet wurde. Ab 1949 waren bereits zahlreiche Turnvereine wieder entstanden, die sich daran machten, ihr Eigentum wieder zurück zu bekommen, was in den meisten Fällen auch gelang. So stand dem Wiederaufleben des Turnbetriebs nichts mehr im Wege.

1933 - 1946

Dunkle Zeiten

Durch die nationale (großdeutsche) Grundeinstellung der damaligen Turnvereine waren sie ein leichtes Ziel für die Pläne der NSDAP, bestehende Organisationen zu unterwandern und für ihre Zwecke zu benutzen. So wurde der Turnerbund eine der wichtigsten Vorfeldorganisationen der Partei, vielfach waren in den Turnräten (den Führungsgremien) von Vereinen nationalsozialistische Politiker vertreten, die nicht davor zurückscheuten, diese ganz offen für parteipolitische Tätigkeiten einzusetzen. So wurden 1933 in Österreich 64 Turnvereine wegen “nationalsozialistischer Betätigung” aufgelöst, was allerdings bei einigen 1934 wieder rückgängig gemacht wurde. Mit dem “Anschluss” Österreichs an das Deutsche Reich fand die Eigenständigkeit der Turnvereine dann ihr Ende: Sie wurden in den “Deutschen Reichsbund für Leibesübungen” eingegliedert und durften keine Jugendgruppen mehr betreiben. Am 26. Oktober 1946 wurden alle ehemaligen Mitgliedsvereine des “Deutschen Turnerbundes (1919)” als nationalsozialistisch eingestuft und verboten. Ihr Vereinsvermögen (Turnhallen und -geräte, Grundstücke, …) wurde zugunsten der Republik eingezogen und sollte nur für turnerische Zwecke verwendet werden.

1893

Spaltung

1893 kam es zu einer Spaltung, aus der der “Deutsche Arbeiter Turn- und Sportbund” (heute ASKÖ) hervorging, 1911 entstand dann auch aus einer Spaltung die “Christliche Deutsche Turnerschaft” (heute Sportunion). In der Zwischenkriegszeit kam es teilweise zu Wiedervereinigungen unter dem Namen “Deutscher Turnerbund (1919)”, dieser Verband vereinte 1932 825 Turnvereine unter seinem Dach.

1860

Oktoberdiplom

Im Lauf der Zeit entstanden im gesamten deutschen Sprachraum Turnvereine, die sich zur “Deutschen Turnerschaft” zusammenschlossen. In Österreich kam es 1860 mit dem “Oktoberdiplom” zur Freiheit der Vereinsgründungen, sodass 1869 bereits 104 Turnvereine bestanden. Diese traten als “Kreisverband der Turnvereine Deutschösterreichs” 1868 der “Deutschen Turnerschaft” bei.

1817

Turnen - Turnbrüder

Sein “Turnen” (so der Name, den er seiner Sportart gab) trug sozialrevolutionäre Elemente in sich: Alle Turner waren per Du und trugen die gleiche Bekleidung, soziale Klassen gab es auf dem Turnplatz nicht. Sie bezeichneten sich als “Turnbrüder”, um die enge Verbundenheit auszudrücken, seit 1817 grüßen sie sich mit dem Turnergruß “Gut Heil” und drücken damit aus, dass der Gegrüßte “heil bleiben” und Erfolg haben solle. Noch heute wünschen wir unseren Turngeschwistern mit diesem Gruß Glück und Gesundheit.

1811

Erster Turnplatz der Welt

Die Turnbewegung entstand in der Zeit, als Napoleon ganz Europa beherrschte und sollte die Menschen dazu befähigen, in den kommenden Befreiungskriegen den Sieg davonzutragen und die deutschen Kleinstaaten von der französischen Fremdherrschaft zu befreien. Die Idee dazu hatte ein damals 33 Jahre alter Lehrer namens Friedrich Ludwig Jahn. Er entwarf Turngeräte und legte 1811 den ersten öffentlichen Turnplatz der Welt auf der Hasenheide in Berlin an, wo er zuerst Schüler um sich scharte und ihnen Übungen zeigte. Um dieser neuen Form der körperlichen Betätigung auch einen theoretischen Unterbau zu geben, verfasste er (mit Ernst Eiselen) 1816 das Buch “Die deutsche Turnkunst”.

1778

Friedrich Ludwig Jahn

Der „Vater des Deutschen Turnens” Friedrich Ludwig Jahn wurde am 11. August im Jahre 1778 in Lanz bei Lenzen (Mark Brandenburg) als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Er studierte an den Universitäten Halle, Berlin und Frankfurt und wurde Lehrer und Erzieher. Als Zeichen des gemeinsamen Wollens tragen die Turner seit Jahns Zeiten eine einheitliche Turnkleidung. Sechs Jahre vor dem Tode Jahns am 15. Oktober 1852, wurden die 4 F als Turnerkreuz auf dem Turnfest in Heilbronn gezeigt. Die 4 F stehen für den Turnerwahlspruch: Frisch, fromm, fröhlich, frei.

Literatur: Atzmanninger, G.(2007): Die Geschichte des ÖTB. Linz: ÖTB Bundesgeschäftsstelle

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Turnen erfasst den ganzen Menschen.
Deshalb sind Volkstanz und Volkslied ebenso Bestandteile des Begriffs Turnen, wie Gerätturnen, Leichtathletik, Schwimmen, die Spiele und das Wandern. Turnen ist einer Zeit des unseligen Spezialistentums eine Aufforderung an den Menschen, wiederum ganzheitlich und umfassend handeln, denken und leben zu lernen.

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Was hat Turnvater F. Jahn mit der Hasenheide in Berlin am Hut?

Die Hasenheide ist ein Platz in Berlin, an dem Friedrich Ludwig Jahn 1811 den ersten öffentlichen Turnplatz eröffnete.

Wie ist der ÖTB gegliedert?

Der ÖTB ist ein Bundesverband, der sich in 7 Landesverbände gegliedert:
  • Wien
  • Tirol
  • Salzburg
  • Kärnten
  • Steiermark
Die Struktur des ÖTB Bundes:
  • ÖTB als Verband
  • Bundesturnrat, Bundesleitung, Bundesfachausschüsse
  • Bundesturntag

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