Geschichte der SZ

Der Ausdruck „Spielmann“ lässt sich bis ins achte Jahrhundert zurückverfolgen. Aufzeichnungen aus dem 13. Jahrhundert ist zu entnehmen, dass Flöte und Trommel gemeinsam gespielt wurden.

Horn-, Flöten- und Trompetensignale sind schon frühzeitig aus dem Militärwesen bekannt. Aufmärsche, Gefechts- und Alarmübungen wurden im Gleichschritt vorgenommen, unterstützt durch das Spielen von Flöten und anderen Blasinstrumenten sowie den Trommelschlag.
Mit den aufkommenden Turnfesten und den damit verbundenen Festumzügen kommt die Spielmannsmusik zum Turnen.
Sie entwickelt sich vom militärischen Ursprung der Marschunterstützung hin zum „konzertanten“ Musizieren.
So spielen in der Deutschen Turnerschaft 1922 in Leipzig 220, 1925 in Frankfurt 2.000, 1926 wieder in Leipzig 4.200 Spielleute auf. In der Zeit von 1933 bis 1945 wird das Spielmannswesen generell von der Nationalsozialistischen Partei für ihre Selbstdarstellungs- und Propagandazwecke vereinnahmt. Der konzertante Bereich tritt in den Hintergrund. Das Turnerspielmannswesen ist damit nach relativ kurzer Lebenszeit wieder erloschen.
Im 1950 gegründeten Deutschen Turnerbund formiert sich das Spielmannswesen wieder. Beim Deutschen Turnfest 1953 in Hamburg treten bereits wieder 3.000 Spielleute auf. Zu Besuch sind auch Turngeschwister aus Österreich. Die Turner des Tv. Ried 1848 – ÖTB sind vom Auftreten der Spielleute so beeindruckt, dass sie nach ihrer Rückkehr aus Hamburg daran gehen, den ersten Nachkriegsspielmannszug in Ried i. Innkreis zu gründen (1956).
Davon angeregt kommt es zu Gründungen in Gmunden, Salzburg, Wien und Linz. Hermann Berghammer aus Ried, Max Spindelböck aus Linz und Karl Waltl aus Graz sind als Väter des Spielmannswesens im ÖTB zu bezeichnen.

Beiträge zur Geschichte des Spielmannswesens

Geschichte des Spielmannswesens (pdf, 28KB) : Über die Spielleute. Eine historische Rundschau (Auszug)
aus: Festschrift „25 Jahre Spielmannszug Graz. 1958-1983“, Graz 1983
Autor: Dr. Hansjörg Aigner
Das Spielmannswesen in der BRD (pdf, 2,4MB) : 1848-1998: 150 Jahre Spielmannswesen im Deutschen Turnen
aus: Der Turnermusiker, Ausgabe 5/1998
Autor: Günther Schreeck
Das Spielmannswesen in der ehemaligen DDR (pdf, 3,2MB) : Nach 23 Jahren Existenzkampf: Das Ende kam schon bald nach dem Anfang
aus: der tambour, Ausgabe 11-12/90, 1990
Autor: Bernd Schenke
»Festschrift 50 Jahre Spielmannswesen im ÖTB«
mit 34 Seiten und einer CD mit musikalischen Kostproben der SZ-Musik.
»Die Geschichte des Spielmannswesens im ÖTB«
In Ihrem Buch verfolgt die Organisationsleiterin und Bundeswart-Stv. der ÖTB-Spielmannszüge Mag. Elke Nebenführ die Tradition der Spielleute von ihren mittelalterlichen Wurzeln an und beschreibt auch den Übergang von der Militärmusik zu den Turnerspielmannszügen.
Getrennt betrachtet sie dann die Entwicklung der Spielmannzüge in Österreich und Deutschland. Der folgende sehr ausführliche Teil des Buches ist der Entwicklung des Spielmannswesens im ÖTB gewidmet. Auch den im Spielmannswesen verwendeten Instrumenten schenkt die Autorin Beachtung und beschreibt deren Entstehungs- und Entwicklungsgeschichten.
Trompeten und Klappenflöten haben mittlerweile die alten Natur- und Ventilfanfaren bzw. Sandnerflöten abgelöst. Viele Stücke sind aus dem Repertoire verschwunden, neue und auch moderne Literatur hat Einzug gehalten. Aber auch die Spielleute haben sich verändert ? waren es früher Turner, die nebenbei auch noch musizierten, so sind heute vielfach ausgebildete Musiker in den Spielmannszügen zu finden, die ganz andere Ansprüche an den Klangkörper stellen aber auch eine höhere musikalische Qualität bieten.
Lebendig bebildert gibt die Autorin ihren geschichtlichen Überblick und einen Einblick in den Ist-Zustand des Spielmannswesens im ÖTB, der nicht nur Spielleute und nicht nur Turner interessieren dürfte.

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